Vor 60 Jahren: Erstmals NAK-Emblem verwendet

Vor 60 Jahren wurde in Dresden erstmals das spätere offizielle Emblem der Neuapostolischen Kirche verwendet. Man brachte es 1951 an der neu renovierten Kirche an. Dass es später das einheitliche Logo der NAKI werden sollte, ahnte sicher zu dieser Zeit noch niemand, denn es war nicht unüblich, dass regional unterschiedliche Zeichen verwendet wurden.


Logo der Allgemeinen christlich-apostolischen Mission (AcaM)


Logo der frühen Apostolischen Gemeinde in Wahlsdorf (bei Coswig)


Logo der frühen Apostolischen Gemeinde in Oberhausen


Logo Apostolischen Gemeinde in Harburg

In den ersten Jahren der Apostolischen Gemeinde nutzte man häufig das schon bei der Allgemeinen-christlich apostolischen Mission bekannte Logo des Vierfachen Amtes. Erst um die Jahrhundertwende tauchten die ersten Kreuze mit stilisierten Wellen und aufgehender Sonne auf. Doch gab es bis 1968 keine verbindliche Regelung, so dass es weltweit Dutzende verschiedene Logos und Embleme gab.

Die Idee der Nutzung des Kreuzes mit Wellen und Sonne als Logo hielt nach der Jahrhundertwende nicht nur Einzug in Druckerzeugnissen, wie zum Beispiel auf der Titelseite des Apostolischen Sonntagsblattes, sondern auch als Bemalung der Altarräume in Kirchen, wie zum Beispiel ab 1902 in der neu erbauten Dresdener Kirche.


Logo der HAZGEA, der frühen Neuapostolischen Kirche Neiderlande


Logovariante in Druckerzeugnissen des Friedrich Bischoff Verlages


Titelbild des Apostolischen Sonntagsblattes 1907


Logovariante in Druckerzeugnissen des Friedrich Bischoff Verlages

In den 1950-er Jahren begann man auch die Außenfassaden der Kirchen mit entsprechenden Emblemen zu schmücken. Diese waren aber nach wie vor regional unterschiedlich gestaltet.


Offizieller Entwurf für ein einheitliches Logo von Edwin Hilsky

Priester Edwin Hilsky, von Beruf Grafiker, entwarf das uns bekannte alte Emblem 1948. Laut seiner Aussage hat das Kreuz mit Sonne und Wellen folgende Bedeutung:

  • Kreuz: Christus, Opferdienst
  • Sonne: Christus, Licht der Welt
  • Sonnenstrahlen: Apostelamt
  • Schattenstrahlen: Göttliches Grundgesetz, die zehn Gebote
  • Schale: Heiliger Geist
  • durchbrochene Wellen: kristallklare Lauterkeit
  • (ehemalige) Eiform: Inbegriff des Wunderbaren, das Schöpfungswunder, ein Samenkorn

In sich, so Edwin Hilsky, sei das (alte) Emblem widerspruchsfrei und harmonisch. Andere Deutungen (wie zum Beispiel: Kreuz=Heiliges Abendmahl, Sonne=Heilige Versiegelung, Wasser=Heilige Wassertaufe) sind zumindest nicht von Edwin Hilsky überliefert.

Bevor das neue Emblem seinen Siegeszug antreten konnte, vergingen viele Jahre. Im Jahr 1960 wurde dieses Emblem dem Stammapostel Walter Schmidt vorgelegt, welcher darüber entschied, dass es das einheitliche Logo der Neuapostolischen Kirche werden soll. Kurz darauf übernahm schon der Friedrich Bischoff Verlag das Logo für kircheneigene Druckerzeugnisse. Ab 1968 galt es offiziell als Emblem der NAK.

1996 wurde das bekannte Kreuz mit Wellen und Sonne komplett überarbeitet und modernisiert. Wesentliche Veränderung ist die Reduzierung der Wellen um eine auf drei. Nach der Ausarbeitung von Fritz Neumann [1] wurden diese Änderungen mit Edwin Hilsky abgesprochen.
Eine Sonderstellung hatten und haben die Missionsgebiete, zum Beispiel Asien oder Afrika. Dort finden sich an Kirchengebäuden noch heute die interessantesten Abwandlungen des Emblems in Farbe und Form.

Zu guter Letzt: Im Jahr 2010 kam es zu einem ersten öffentlichen Rechtsstreit um die nicht genehmigte Nutzung eines Logos auf einem Buchtitel, welches dem NAK-Logo sehr ähnlich war. Das Vertrieb der Erstauflage des Buches „Die Lehre der Neuapostolischen Kirche im Licht der Heiligen Schrift“ von Tobias Mai wurde daraufhin eingestellt und der Vertrieb mit diesem Cover per Gerichtsbeschluss untersagt. Tobias Mai verwandte ein blaues Logo auf weißen Grund mit Kreuz, acht Schattenstrahlen (anstatt zehn) sowie vier Wellen (anstatt drei).

Sebastian Müller-Bahr

Literatur: Fritz Neumann, „Name und Symbol der Neuapostolischen Kirche“ in „Aufbau, Ausbau, Trennungen. Die Entwicklung der apostolischen Gemeinschaften im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts.“, Hrsg. Mathias Eberle, Nürtingen 2009, ISBN 978-3-939291-04-6

Weblinks: www.apwiki.de – Das apostolische Lexikon

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