Paradies – Garten Eden Teil 2

Von nun an ist der Mensch für seine Handlungen und Entscheidungen aus dem Guten oder dem Bösen heraus selbst verantwortlich. Von einer Tilgung seines begangenen Unrechts kann noch nicht die Rede sein. Beide müssen mit der Erbsünde leben und sterben, bis der Schlange der Kopf zertreten werde, deren verführerische Zusage lautete: „Ihr werdet sein wie Gott und das Gute und Böse erkennen“.

Die in einer gottfernen Welt vererbte Sünde, geht auf alle Menschen über und wird erst durch Jesus Christus (der schon vor der Erschaffung der Welt war (Joh 21,24 )), überwunden werden, durch den der Mensch von seinen Sünden erlöst werden kann. Damit bereitet Jesus jene „Wohnung“ vor (Joh 14,2), die der Mensch, als verherrlichte Gestalt, im Himmelreich beziehen kann. Adam und Eva liebten bemitleidensweise die Welt mehr als ein Leben im Angesicht Gottes.

In einer ikonenhaften Darstellung wird das christliche Kreuz mit seinen vier Enden als Lebensbaum mit der Paradiesesquelle dargestellt, der die vier Flüsse (vier Evangelien) entspringen, die die vier Tugenden: Gerechtigkeit, Klugheit (Weisheit), Tapferkeit und Mäßigung symbolisieren sollen. Dieses Bild soll aussagen, dass die vier Evangelien wieder die Welt erfüllen und wieder zum blühenden Paradiesgarten werden lassen sollen. Dieses 1– 4 Prinzip besteht in verschiedener Weise. So bildet auch die menschliche Hand mit dem einen gegenüberstehenden Daumen und den vier Fingern sowie die menschliche Gestalt mit dem einen Kopf (Denken, Geist) und den vier Gliedmaßen des Leibes dieses 1– 4 Prinzip ab. Man kann beim Menschen noch an zahlreichen anderen Stellen und auf vielerlei Weise dieses 1– 4 Prinzip wieder finden. Verwiesen werden kann etwa auf die Atemluft (1 Teil Sauerstoff, vier Teile Stickstoff) oder das Verhältnis: eine Atmung – vier Herzschläge.

Genau genommen muss man den Begriff Paradies gemäß der Bibel auf die Zeit vor dem Sündenfall anwenden, als Adam und Eva in einem paradiesischen Zustand im sogenannten Garten Eden lebten. Es gab keine Feindschaft zwischen Mensch und Tier, keine Dornen und Disteln, der Mensch konnte sich ohne Mühe ernähren. Was das Leben der Erlösten nach dem Tod angeht, so bezeichnet die Bibel diesen Zustand als Ewiges Leben oder Reich Gottes, was sich vom Paradies in einigen Punkten unterscheidet. Johannes, dem Schreiber der Offenbarung, wird von Gott ein Blick in dieses neue Reich gewährt (siehe Offenbarung 21–22). In diesem Reich wird Gott selber regieren, es wird ein Reich des Friedens und der Gerechtigkeit sein. Tod, Krankheit und Mühe werden der Vergangenheit angehören. Es wird keine Nacht mehr geben, Gott selbst wird das Licht sein. Im Gegensatz zum Paradies im Islam wird es im Reich Gottes Mann und Frau nicht mehr geben, alle Menschen werden gleich sein (Lukas 20,34-36).

In der nordischen Mythologie wird ein Kriegerparadies unter der Bezeichnung „Walhalla“ genannt, das Ziel aller gefallenen Krieger, die sich als tapfer erwiesen und in der Schlacht ihr Leben gelassen hatten. Von Göttervater Odin, im südgermanischen Gebiet auch „Wodan“ genannt, fanden die mutigen Männer ihre letzte Ruhestätte in einer Halle in seinem in Asgard errichteten Schloss. Das letzte Geleit wurde den auserwählten Gefallenen von den Walküren gegeben, Odins Schlacht- oder Schildjungfern.

Der mächtige Göttervater zeichnet sich insbesondere durch seine allumfassende Weisheit und seinen großen Wissensdurst aus: Auf seinen Schultern sitzen die zwei Raben Hugin und Munin, die ihm von allem berichten, was sie auf ihren Botenflügen über das Weltgeschehen herausgefunden haben; ihretwegen wird der oberste Gott der Wikinger unter anderem auch als „Rabengott“ bezeichnet. Übersetzt bedeuten die Namen der Vögel bezeichnenderweise „Gedanke“ und „Erinnerung“.

Bei Donaustauf (Landkreis Regensburg, Bayern) werden seit 1842 bedeutende Persönlichkeiten, lediglich deutscher Abstammung, mit Marmorbüsten und Gedenktafeln geehrt (bereits mehrere hundert). Es handelt sich um die Gedenkstätte

„Walhalla“.

Zusammengetragen Horst Scherzer.

 

 

 

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